Warum es das Gefühlsrad gibt

Wenn es dir jemals schwergefallen ist, die einfache Frage "Wie fühlst du dich?" zu beantworten, bist du damit ganz sicher nicht allein.

Viele von uns spüren, dass etwas nicht stimmt, doch die richtigen Worte zu finden, ist nicht immer leicht. Ohne diese Worte fällt es uns schwerer, uns selbst zu verstehen, anderen zu erklären, was wir gerade durchmachen, oder um die Unterstützung zu bitten, die wir brauchen.

Genau deshalb wurde das Gefühlsrad entwickelt.

Im Laufe der Jahre hat es unzähligen Menschen geholfen, ihre Gefühle in Worte zu fassen und Gespräche zu beginnen, die sonst vielleicht nie stattgefunden hätten.

Heute führen wir diese Mission fort, indem wir das Gefühlsrad im Internet und als mobile App zugänglich machen. Dabei arbeiten wir mit großartigen Freiwilligen zusammen, die das Projekt in weitere Sprachen übersetzen. Wir hoffen, dass dadurch noch mehr Menschen überall auf der Welt diesen kleinen, aber wichtigen ersten Schritt machen können, um sich selbst ein wenig besser zu verstehen.

Die Menschen hinter dem Projekt

Geoffrey Roberts

Schöpfer des GefühlsradsBDes, MBA, MDiv

Ich arbeite als Pastor und Lehrer an einer Highschool in Canberra, Australien, war aber mehrere Jahre lang auch als Jobcoach tätig. Meine Arbeit konzentrierte sich insbesondere auf Langzeitarbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und Sucht. In dieser Rolle unterstützte ich Menschen, die wirklich am Rand der Gesellschaft standen.

Bei fast allen meinen Klientinnen und Klienten fiel mir auf, dass ihr Wortschatz für Gefühle sehr begrenzt war. Sie konnten mir sagen, dass sie sich „schlecht“, „wütend“ oder „traurig“ fühlten. Sobald sie ihre Gefühle jedoch genauer beschreiben sollten, fiel ihnen das meist sehr schwer. Ich kam zu der Überzeugung, dass ihre negativen Gefühle und Erfahrungen intensiver wurden, weil sie nicht angemessen beschreiben konnten, was sie empfanden — vor allem die schwierigeren Gefühle. Wenn man nicht benennen kann, was im eigenen Inneren geschieht, ist es sehr schwer, dies zu verstehen oder damit umzugehen.

Roman Paprotskyi

Entwickler der Gefühlsrad-App und -WebsiteSoftwareentwickler

Früher arbeitete ich in einem Unternehmen mit einer großartigen Kultur. Jeden Morgen, noch bevor wir über die Arbeit sprachen, beantworteten wir zunächst eine einfache Frage:

Wie fühlst du dich?

Ein paar Minuten lang ehrlich miteinander zu teilen, wie wir uns fühlten, wurde zu einem besonderen Teil unseres Tagesablaufs. Eine Person aus meinem Team sagte sogar, dies sei ihr liebster Moment des Tages.

Manchmal war es nicht leicht, die richtigen Worte zu finden. An solchen Tagen nahmen wir Geoffrey Roberts’ Gefühlsrad zur Hilfe, um besser zu verstehen und auszudrücken, was wir fühlten.